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Bei der Verwendung des richtigen Futters zur richtigen Zeit, kann schon mal Chaos im Kopf entstehen. Wann verwende ich welches Futter? Wie viel Futter bringe ich ein? Was funktioniert in welchem Moment? Viele Fragen, mit denen sich die meisten Angler mehr beschäftigen, als es eigentlich notwendig ist. Ich möchte euch einen allgemeinen Rahmen an die Hand geben, welcher die Struktur im Kopf wiederherstellt, um sich am Ende auf das Wesentliche zu konzentrieren – Karpfen fangen!

Es wird sehr viel über die Anwendung von Futter gesprochen, geschrieben und zu welcher der 4 Jahreszeiten welches Futter Verwendung findet. Vieles davon könnte man als gefährliches Halbwissen verbuchen und dennoch bringt es viele Angler dazu, den Faden zu verlieren. Aus meiner Sicht gibt es nur 2 Jahreszeiten, wenn es um das Thema Futter geht!

“Was ist das jetzt wieder für ein Quatsch?”, werden sich einige denken. Die Parallelen, welche entstehen, sind aber nicht von der Hand zu weisen. Wenn man dazu einige klitzekleine Feinheiten beachtet, ist dieses Thema aus dem Kopf.

Frühling/Herbst

Beginnen wir mit „DEN“ Jahreszeiten Frühling/Herbst. Diese Zeiten sind wohl die effektivsten, wenn es darum geht, mit Futter zu arbeiten. Das große Fressen startet, ob in den Herbst hinein oder mit der steigenden Wassertemperatur bis kurz vor die Laichzeit und wieder nach der Laichzeit. Im Prinzip dieselbe Situation nur zu verschiedenen Jahreszeiten. Jetzt kann ich mit Futter arbeiten! Aber was bedeutet das eigentlich? Diese schwierige Frage vermag ich nicht pauschal zu beantworten, ist sie doch von der Größe, der Art, dem Bestand der Gewässer und vielen weiteren Dingen abhängig. Gehen wir von einem Gewässer mit einem guten Fischbestand aus, so kann man schon einiges anbieten. Boilies und/oder Partikel aller Art wird ein Karpfen jetzt wohl kaum verschmähen. Größere Mengen einzubringen und dahingehend die Plätze zu kontrollieren, ist optimal. Geht das Futter weg, kann ich die Menge erhöhen, bleibt etwas liegen, schaltet man einen Gang zurück.

Der feine Unterschied?

Ein feiner Unterschied zum Frühling und dem Herbst besteht dennoch und das ist die Art des Futters, oder? Wir sind uns einig, dass wir ähnliche Mengen einbringen können, aber welche „Sorte“? Die Frage beschäftigt so viele Angler in einem Maße, dass es bei Vielen, schon zu einer Blockade führt. Alles wird dem Köder zugesprochen, Erfolg oder Misserfolg, hat er doch am Ende, am wenigsten damit zu tun. Fakt ist, beachte ich den folgenden Punkt, gibt es am Futter keinen Zweifel mehr! Im Frühling wähle ich eher etwas leichtere Kost. Das noch kältere Wasser hat zur Folge, dass die Darmpassage der Fische nur verlangsamt funktioniert, es ist also sinnvoll, sich dieser Situation anzupassen. Viele sprechen pauschal über das Einbringen von Futter, gehen dabei aber nicht auf die Inhaltsstoffe ein. Es ist doch aber ein riesiger Unterschied, ob ich 10kg Kohlenhydratköder auf einen Platz schütte oder 10kg Fischmehlboilies, gerade im Frühjahr. Man sollte sich vor Augen führen, was man erreichen will. Ein mit Proteinen (bspw. Fischmehlen) vollgestopfter Fisch, wird im Frühjahr schnell träge. Kohlenhydrate und fermentierte Mehle, wie sie z.B. im Yellow oder Blend Boilie vorhanden sind, werden den Fisch stärken und ihn gierig nach mehr machen. Er tankt Energie und wird das Futter gut los, klingt schlüssig, oder? Diese Aussagen sind keine Absage an den Fischmehlköder im Frühjahr, verwendet man den Richtigen. Der Stinky Boilie ist geschaffen für eine Futteraktion im Frühjahr, ist es doch ein Köder, der durch seine Zusammensetzung ganzjährig glänzt. Ein hoher Anteil natürlicher Hefen und fermentierter Mehle spielen uns (trotzdessen, dass es sich um einen Fischmehlboilie handelt) perfekt in die Karten. Die Faustformel für mich: 50% Kohlenhydratköder zu 50% Fischmehlboilie, damit liegt man sicher genau richtig.

Im Herbst wähle ich die gleiche Faustformel. Gibt es ihn nun, den feinen Unterschied? Ich denke, eher nicht! Mit dieser Mischung liegt man immer genau richtig.

Die Erlösung im Kopf!

Was den einen oder anderen Angler viel zu viel beschäftigt, hatte ich weiter oben im Text bereits angedeutet, es ist aber meistens noch viel mehr. Die Erlösung in diesem ganzen „Labyrinth des Futters“ ist eigentlich nur eine Frage: Was hat der Fisch und was braucht er? Sicherlich wäre es unserem geliebten Zielfisch lieber, er geht wie wir, 2-mal die Woche in den Supermarkt und kauft sich, wonach ihm gerade ist. Diesen Luxus hat aber nur der Mensch exklusiv. Der Fisch ist immer darauf angewiesen zu fressen, was gerade da ist. Also versuche ich, auch genau das herauszufinden! Allerdings nicht aus dem Grund, ihm genau das vor die Nase zu setzen, sondern um ihn genau das anzubieten, was er in diesem Moment nicht hat (ein entscheidender Punkt!)

Die Aussage „hier im Gewässer gibt es Muscheln, der Fisch hat nach dem Fang Muscheln ausgeschieden, da werde ich mal mit Muschelboilies angeln“ hat wohl jeder in der einen oder anderen abgewandten Form schon einmal gehört oder sogar selbst getätigt. Ich muss dabei immer etwas schmunzeln, macht es doch, wenn man genau darüber nachdenkt, nur bedingt Sinn, denn in diesem Fall würde mein Plan sein, dem Fisch das vor die Nase zu setzen, was aktuell im Gewässer vielleicht im Überfluss vorhanden ist?

– Gebe dem Fisch das, was er gerade nicht hat – Ist doch vielleicht eine Aussage, die mehr Sinn macht, oder?

Finde ich also heraus, was für den Fisch in der aktuellen Situation verfügbar ist, bin ich einen großen Teil des Weges gegangen. Anhand der Monate gibt es auch hier eine grobe allgemeine „Richtlinie“, an die man sich halten kann, um den Faktor Futter komplett aus seinem Kopf zu verbannen. Diese allgemeine „Richtlinie“, wird am Ende des Berichtes zu lesen sein.

Sommer/Winter

Was hat denn der Winter jetzt wieder mit dem Sommer zu tun, so ein Quatsch, oder?

Im Winter gibt es wenig natürliche Nahrung, im Sommer gibt es jede nur erdenkliche Nahrung, das passt nicht zusammen?! Doch!

Bei der Wahl des Futters geht man trotz der grundverschiedenen Jahreszeiten ähnlich vor, um wirklich erfolgreich zu sein. Ich kann weder im Sommer mit dem natürlichen Nahrungsangebot konkurrieren, noch im Winter natürliche Nahrung, die einfach nicht vorhanden ist, imitieren. Dazu greift der Fakt, dass die Fische im Winter viel weniger Nahrung zu sich nehmen. Also muss ich den Fisch in diesen Jahreszeiten zum Biss zwingen! Ich muss die höchstmögliche Aufmerksamkeit auf den Köder lenken, um mich vom Rest abzuheben! Wenig Futter aus einer Mischung aus Kohlenhydrat und proteinreicher Kost, extrem aufgepimpt mit Liquids, stark riechenden Attraktoren, Stickmix, etc. wird den Karpfen sowohl im Sommer von der natürlichen Nahrung im besten Fall ablenken und zum Biss verleiten als auch im Winter aufgrund der Lethargie, in der sich die Fische befinden, den nötigen Schubs geben, um den Köder aufzunehmen (wobei ich als flüssige Zusätze im Sommer eher Öle verwende und im Winter eher Liquids). Ich habe also komplett verschiedene Voraussetzungen und nutze die hohe Attraktivität aus verschiedenen Gründen. Das Futter und die Menge ist aber exakt gleich.

Fazit:

Wer aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass sich viele Vorgehensweisen, trotz sich verändernder Jahreszeiten, Situationen und Voraussetzungen wiederholen. Die Sorte des ausgewählten Futters, wird bei einem gesunden Mix aus Kohlenhydraten und Proteinen nie ein Faktor für den Misserfolg sein. Vielmehr ist es eine Frage der Menge und in welcher Form das Futter dem Fisch angeboten wird. Das, was letztendlich an Futter ins Wasser gelangt, ist nicht der Grund für den Fangerfolg oder den Misserfolg, vorausgesetzt man beachtet den obenstehenden Rahmen.

Ein von mir bisher nicht angesprochenes Thema muss ich allerdings noch anbringen:

Die Qualität des Futters!

99GradBaits steht genau dafür, Qualität! Kai hat mit seinem sinnvoll ausgewählten Programm für jede Situation das richtige Futter am Start. Für mich als ehemaligen „Selbstroller“ war es schon eine ziemliche Herausforderung, nicht „mein Futter“ zu verwenden (reine Kopfsache). Meine Wohnsituation hatte sich geändert und ich hatte schlichtweg keinen Platz mehr, um meine Köder selbst herzustellen. Mit der Umstellung, ausschließlich mit den Ködern von 99GradBaits zu fischen, hat sich mein Fangerfolg in keinster Weise negativ verändert. Alle Köder im Programm bedienen die Kriterien, die ich an meine selbst hergestellten Köder auch hatte. Somit ist der Faktor Futter für mich kein Thema mehr!

Macht euch frei von falschen Gedanken, konzentriert euch auf das Wesentliche!

Verfügbarkeit ist das Zauberwort!

Nov – März

Es gibt wenig natürliche Nahrung im Gewässer, einzig etwas vergorenes und fermentiertes Kraut (abgestorbene Wasserpflanzen) ist für den Fisch verfügbar. Dabei handelt es sich überwiegend um Kohlenhydrate. Man füttert zu dieser Zeit generell eher wenig, darum sind wenige proteinreiche und kohlehydratreiche Köder erfolgversprechend. Attraktiv mit Liquids und Stickmix oder anderen Zusätzen angeboten, der richtige Weg – die gesunde Mischung macht´s!

April – Juni

Die Natur entwickelt sich gerade, Kohlenhydrate (abgestorbenes Kraut) sind nicht mehr verfügbar, dafür explodiert die proteinreiche Nahrung (Würmer, Schnecken, Larven, etc.), die Fische werden gezielt danach suchen. Ich nutze also überwiegend Kohlenhydrate für meinen Vorteil. Einfach, weil sie auf natürlichem Wege für den Karpfen nicht oder nur sehr schlecht verfügbar sind. Proteinreiche Kost ist dennoch immer mit dabei, haben doch verschiedene Fische auch verschiedene Vorlieben. Ich möchte also alles bedienen und möglichst alle Fische ansprechen – die gesunde Mischung macht´s!

Juli – Okt

Es ist so gut wie alles was der Fisch an Nahrung benötigt im Gewässer verfügbar. Das erste Kraut stirbt nach der Frühjahrsexplosion schon ab, Kohlenhydrate sind also da. Die Gewässer strotzen nur so vor Leben, alles kreucht und fleucht, der Fisch kann mit wenig Aufwand so gut wie alles aufnehmen was er benötigt. Ich versuche nicht, mit dem natürlichen Nahrungsangebot zu konkurrieren, dabei würde ich scheitern. Ich versuche mit einem gut gepflegten Futterplatz oder instant mit wenig, extrem attraktivem Futter, den einen oder anderen Fisch zu überreden – genau wie im Winter. Kohlenhydrate oder Proteine machen keinen Unterschied, eine gesunde Mischung aus beidem, attraktiv mit Ölen, Stickmix, Pellets & Co angeboten, wird jetzt funktionieren.

Viel Spaß beim Spots suchen! Das Thema Futter ist abgehakt!